Buchpräsentation in Limbach voller Erfolg

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Volles Haus im Seniorenzentrum Am Mutterbach in Kirkel-Limbach.


buchpraesentation 02Ruth Schwartz (89 Jahre), las aus dem Buch „Der Munitionszug“ vor Foto: E. RinglingAnfang Dezember wurde das Buch „Kirkel im Zweiten Weltkrieg – Zeitzeuginnen berichten“ vorgestellt. Das weihnachtlich geschmückte Bistro im Seniorenzentrum in Kirkel- Limbach war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer kamen überwiegend aus Limbach, aber auch aus Kirkel, Homburg und Neunkirchen. Alle lauschten gespannt der Lesung!



Die Neuerscheinung ist ein biografisches Werk, geschrieben von Kirkeler Frauen und einem Mann, die ihre Kindheit und Jugend im Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Das Buch ist reichhaltig bebildert und mit Zeitdokumenten versehen. Die älteste Autorin, Mathilde Gothe, 94 Jahre alt, aus Limbach, rezitierte „Mätzchen klein“. Ein Lied, das in den 1930er Jahren gegen Max Braun, den Vorsitzenden der SPD, gerichtet war. Merklich betroffen und mit zitternder Stimme las Ruth Schwartz, 89 Jahre, aus Kirkel-Neuhäusel „Der Munitionszug“. Sie beschreibt, wie im März 1945 ein Munitionszug, der am Kirkeler Bahnhof stand von amerikanischen Jagdbombern beschossen wurde und zur Explosion gebracht wurde. Durch das beherzte Handeln zweier Eisenbahner, die noch zwei Waggons abkoppeln und Richtung Abstäberhof schieben konnten, wurde noch Schlimmeres verhindert. Allerdings wurde der Kirkeler Bahnhof total zerstört und viele Häuser in der Kaiserstraße beschädigt. Die Bevölkerung traute sich nicht aus dem Bunker, weil die brennende Munition über Kirkel flog. Betroffenes Schweigen und entsetzte Gesichter zeigten sich im Publikum, als Margot Weis, 86 Jahre, aus Limbach ihr Erlebnis vom 23. Mai 1944 in Homburg „Der Luftschutzkeller“ vorlas. Die damals 13-Jährige sollte ein Medikament für ihre Großmutter aus der Apotheke holen, als der Fliegeralarm ertönte. Margot Weis rannte zu einem Luftschutzkeller in der Nähe des Bahnhofs, der allerdings schon überfüllt mit Menschen war, weshalb sie den nächsten Luftschutzkeller aufsuchen musste. Froh, dort noch eingelassen zu werden, bekam sie jedoch Platzangst und bettelte den Luftschutzwart an, sie wieder heraus zu lassen. Trotz der Bombenangriffe rannte sie so schnell sie konnte nach Limbach. Aus den beiden Luftschutzkellern kam kein Mensch lebend heraus. Annika Schulz, 19 Jahre, aus Homburg berichtete über ein zweijähriges Schulprojekt am Johanneum über die Geschichte des Saarlandes. Kurz, verständlich und prägnant erklärte sie den Anwesenden die Geschichte des Saarlandes und bezog sich auch auf die Interviews, die die Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer mit Mathilde Gothe und Margot Weis geführt haben. Zum Abschluss gab es noch etwas Vergnügliches: Gisela Vinzent, die Leiterin des Generationentreffs Leibs Heisje, in dem das Buch in über vierjähriger Arbeit entstand, las „Unser erstes Vergnügen nach dem Krieg“ von Mathilde Gothe. In der Besatzungszeit unter den Franzosen wurde jeden Sonntagabend im Gasthaus in Limbach getanzt zu dem Lied „Der Papagei frisst keine harten Eier“. Die französischen Soldaten sahen dies nicht gern und führten einmal eine Ausweiskontrolle durch. Wer keinen Ausweis dabei hatte, musste mit zur Kommandantur. Aber alle aus der Gaststätte begleiteten den Trupp und beschimpften die Franzosen mit allen „wieschden“ Worten, die sie kannten, aber die Franzosen verstanden sie ja nicht. „Mein Papagei frisst keine harten Eier, er ist ein selten dummes Vieh. Er ist der schönste aller Papageier, nur harte Eier frisst er nie……“ Schmunzeln ging durch die Reihen als Annika Schulz zum Abschluss die vier Strophen des Liedes vortrug. Unterhaltsam und kurzweilig führte die Herausgeberin des Buches, Dr. Esther Ringling, durch das Programm. Bereichert wurde die Lesung durch zwei kurze Einlagen der Chansonsängerin Patrizia Dejon aus Homburg.

Das Buch ist an mehreren Verkaufsstellen in Limbach und Kirkel zu beziehen und in allen Buchhandlungen.

Dr. Esther Ringling

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